Wissen · Glossar

Fachbegriffe, in einem Satz erklärt.

Von AKI bis Weaning: 52 Begriffe, die Ihnen in Klinik, Pflege und bei der Kasse begegnen. Kurz, verständlich, mit Verweis auf den passenden Ratgeber.

Stand September 2026

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§ 37c SGB V
§ 37c des Fünften Sozialgesetzbuchs ist die Rechtsgrundlage für den Anspruch auf außerklinische Intensivpflege. Er wurde mit dem IPReG eingeführt und regelt unter anderem die Orte der Versorgung und die regelmäßige Prüfung von Entwöhnungspotenzialen. Mehr dazu
1:1-Versorgung
Bei der 1:1-Versorgung ist eine Pflegefachkraft ausschließlich für einen Menschen zuständig, in der außerklinischen Intensivpflege oft rund um die Uhr. Sie findet meist in der eigenen Wohnung statt. Mehr dazu

A

Absaugen
Absaugen ist das Entfernen von Sekret aus Mund, Rachen oder Atemwegen mit einem dünnen Katheter und einem Absauggerät. Bei Menschen mit Trachealkanüle hält es die Atemwege frei, wenn Abhusten nicht ausreichend möglich ist. Mehr dazu
AKI (außerklinische Intensivpflege)
AKI steht für außerklinische Intensivpflege: die intensivpflegerische Versorgung von Menschen außerhalb des Krankenhauses, etwa zu Hause oder in einer Intensiv-WG. Anspruch besteht, wenn wegen möglicher lebensbedrohlicher Situationen ständig eine Pflegefachkraft anwesend sein muss. Mehr dazu
AKI-Richtlinie
Die Außerklinische Intensivpflege-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses regelt Verordnung, Potenzialerhebung und Versorgung in der außerklinischen Intensivpflege. Sie gilt seit dem 31. Oktober 2023 verbindlich für neue Verordnungen. Mehr dazu
Apallisches Syndrom
Das apallische Syndrom, umgangssprachlich Wachkoma, ist ein Zustand nach schwerer Hirnschädigung, in dem Betroffene wach wirken, aber nicht erkennbar bewusst reagieren. Heute wird auch der Begriff Syndrom reaktionsloser Wachheit verwendet.
Atemtherapie
Atemtherapie umfasst Übungen und Techniken, die die Atemmuskulatur stärken, die Belüftung der Lunge verbessern und das Abhusten erleichtern. Sie ist ein wichtiger Baustein bei Beatmung, Trachealkanüle und Weaning. Mehr dazu
Atmungstherapeut
Atmungstherapeutinnen und Atmungstherapeuten sind Pflegefachkräfte oder Physiotherapeuten mit einer Weiterbildung in Beatmung, Sekretmanagement und Atemtherapie. Sie beraten Teams und Familien bei komplexer Beatmung.

B

Beatmungsgerät
Ein Beatmungsgerät unterstützt oder ersetzt die eigene Atmung, indem es Luft über eine Maske oder eine Trachealkanüle in die Lunge befördert. Heimbeatmungsgeräte sind kompakt, haben Alarme und oft einen Akku für unterwegs. Mehr dazu
Behandlungspflege
Behandlungspflege sind medizinische Pflegeleistungen nach ärztlicher Verordnung, etwa Medikamentengabe, Wundversorgung, Absaugen oder Beatmungsüberwachung. Sie wird in der Regel von der Krankenkasse bezahlt. Mehr dazu
Blutgasanalyse
Die Blutgasanalyse misst Sauerstoff, Kohlendioxid und den Säure-Basen-Haushalt im Blut. Sie zeigt, wie gut die Atmung oder Beatmung wirkt, und wird zum Beispiel aus dem Ohrläppchen oder einer Arterie bestimmt.

C

CO2 (Hyperkapnie)
Hyperkapnie bedeutet, dass zu viel Kohlendioxid (CO2) im Blut ist, weil die Atmung es nicht ausreichend abatmet. Typische Zeichen sind Kopfschmerzen am Morgen, Müdigkeit und Benommenheit. Eine Hyperkapnie ist ein häufiger Grund für eine nicht-invasive Beatmung. Mehr dazu
COPD
COPD steht für chronisch obstruktive Lungenerkrankung, eine dauerhafte Verengung der Atemwege, meist nach langjährigem Rauchen. In fortgeschrittenen Stadien kann eine Sauerstofftherapie oder eine nicht-invasive Beatmung nötig werden. Mehr dazu
Cuff (Blockung)
Der Cuff ist ein kleiner Ballon am unteren Ende mancher Trachealkanülen, der die Luftröhre abdichtet. Er schützt vor dem Einatmen von Speichel und ist bei invasiver Beatmung meist nötig. Zum Sprechen mit Sprechventil muss er entblockt sein. Mehr dazu

D

Dekanülierung
Dekanülierung ist das dauerhafte Entfernen einer Trachealkanüle, wenn Atmung, Husten und Schlucken wieder sicher genug sind. Ob sie möglich ist, wird bei Menschen in der außerklinischen Intensivpflege regelmäßig ärztlich geprüft. Mehr dazu
Dekubitus
Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür: eine Schädigung von Haut und Gewebe durch anhaltenden Druck, oft an Steiß, Fersen oder Hüfte. Regelmäßige Lagewechsel, Hautpflege und geeignete Matratzen beugen vor.

E

Eigenanteil
Der Eigenanteil ist der Teil der Kosten, den Pflegebedürftige selbst tragen, weil Kranken- oder Pflegekasse ihn nicht übernehmen. In einer Intensiv-WG sind das vor allem Miete, Nebenkosten und Verpflegung. Mehr dazu
Entlassmanagement
Das Entlassmanagement ist die gesetzlich vorgeschriebene Vorbereitung der Anschlussversorgung durch das Krankenhaus (§ 39 SGB V). Es kümmert sich um Verordnungen, Hilfsmittel und die Suche nach einem Pflegedienst. Mehr dazu
Entlastungsbetrag
Der Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI ist ein monatlicher Betrag der Pflegekasse für Pflegebedürftige in häuslicher Pflege ab Pflegegrad 1. Er ist zweckgebunden und erstattet Kosten etwa für anerkannte Alltagsbegleitung, Tages- oder Kurzzeitpflege. Mehr dazu

G

Gemeinsamer Jahresbetrag
Der Gemeinsame Jahresbetrag nach § 42a SGB XI ist ein Budget der Pflegekasse, aus dem Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege flexibel bezahlt werden. Anspruch besteht ab Pflegegrad 2. Mehr dazu
Grundpflege
Grundpflege ist die Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen wie Waschen, Anziehen, Essen, Toilettengang und Bewegung. Im Unterschied zur Behandlungspflege braucht sie keine ärztliche Verordnung und wird über die Pflegeversicherung finanziert. Mehr dazu

H

Heimbeatmung
Heimbeatmung ist die dauerhafte oder zeitweise maschinelle Beatmung außerhalb des Krankenhauses, zu Hause oder in einer Wohngemeinschaft. Sie kann nicht-invasiv über eine Maske oder invasiv über eine Trachealkanüle erfolgen. Mehr dazu
Hilfe zur Pflege
Hilfe zur Pflege ist eine Leistung der Sozialhilfe nach dem SGB XII. Das Sozialamt übernimmt Pflegekosten, die weder die Pflegeversicherung noch das eigene Einkommen und Vermögen decken. Mehr dazu
Hilfsmittelversorger
Hilfsmittelversorger sind Fachfirmen, die Beatmungsgeräte, Absauggeräte, Kanülen und Verbrauchsmaterial liefern, einweisen und warten. Die Kosten trägt nach Verordnung meist die Krankenkasse. Mehr dazu
HME-Filter (künstliche Nase)
Ein HME-Filter, auch künstliche Nase genannt, wird auf die Trachealkanüle gesetzt und speichert Wärme und Feuchtigkeit der ausgeatmeten Luft. So ersetzt er teilweise die Befeuchtung, die sonst Nase und Rachen übernehmen. Mehr dazu

I

Intensiv-WG
Eine Intensiv-WG ist eine Wohngemeinschaft, in der mehrere Menschen mit intensivpflegerischem Bedarf in eigenen Zimmern leben und von einem Pflegeteam rund um die Uhr versorgt werden. Sie verbindet fachliche Sicherheit mit einem Alltag in Gemeinschaft. Mehr dazu
Invasive Beatmung
Bei der invasiven Beatmung wird über einen Zugang direkt in der Luftröhre beatmet, außerhalb der Klinik meist über eine Trachealkanüle. Sie ist bei schwerer oder dauerhafter Atemschwäche nötig und verlangt ständige fachpflegerische Überwachung. Mehr dazu
IPReG
IPReG steht für Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz. Es wurde 2020 beschlossen, schuf mit § 37c SGB V einen eigenen Anspruch auf außerklinische Intensivpflege und stärkte die Entwöhnung von Beatmung und Kanüle. Mehr dazu

K

Kurzzeitpflege
Kurzzeitpflege ist eine vorübergehende vollstationäre Pflege für einige Wochen, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn Angehörige eine Pause brauchen. Sie wird ab Pflegegrad 2 aus dem Gemeinsamen Jahresbetrag bezahlt. Mehr dazu

M

Medizinischer Dienst
Der Medizinische Dienst, früher MDK, begutachtet im Auftrag der Kranken- und Pflegekassen unter anderem die Pflegebedürftigkeit und prüft die Qualität von Pflegediensten. Nach der Begutachtung empfiehlt er einen Pflegegrad, über den die Pflegekasse entscheidet. Mehr dazu

N

NIV
NIV steht für nicht-invasive Beatmung: Die Beatmung erfolgt über eine Maske über Nase oder Mund, ohne Zugang in der Luftröhre. Sie wird oft nachts oder einige Stunden am Tag eingesetzt, zum Beispiel bei COPD oder Hyperkapnie. Mehr dazu

P

Palliativpflege
Palliativpflege ist die Pflege von Menschen mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden Erkrankung. Sie lindert Beschwerden wie Schmerzen oder Atemnot und stellt Lebensqualität und Würde in den Mittelpunkt. Mehr dazu
PEG
PEG steht für perkutane endoskopische Gastrostomie: eine Ernährungssonde, die mithilfe einer Magenspiegelung durch die Bauchdecke in den Magen gelegt wird. Sie sichert die Ernährung, wenn Schlucken nicht ausreichend möglich ist. Mehr dazu
PEJ
PEJ steht für perkutane endoskopische Jejunostomie: eine Ernährungssonde durch die Bauchdecke, die im Dünndarm endet. Sie wird gewählt, wenn Nahrung im Magen nicht gut vertragen wird, und meist über eine Pumpe genutzt. Mehr dazu
Pflegegrad
Der Pflegegrad beschreibt, wie stark die Selbstständigkeit eines Menschen eingeschränkt ist. Es gibt fünf Pflegegrade, die der Medizinische Dienst nach einer Begutachtung empfiehlt und die Pflegekasse festlegt. Nach ihm richten sich die Leistungen der Pflegeversicherung. Mehr dazu
Pflegekasse
Die Pflegekasse ist der Träger der gesetzlichen Pflegeversicherung und bei jeder Krankenkasse angesiedelt. Bei ihr werden Pflegegrad, Pflegesachleistungen, Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege beantragt. Mehr dazu
Pflegesachleistung
Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI sind Leistungen eines zugelassenen ambulanten Pflegedienstes, die die Pflegekasse ab Pflegegrad 2 bis zu einem monatlichen Höchstbetrag direkt bezahlt. Die Höhe richtet sich nach dem Pflegegrad. Mehr dazu
Pflegestützpunkt
Pflegestützpunkte sind wohnortnahe Beratungsstellen der Pflege- und Krankenkassen und der Kommunen. In Berlin gibt es sie in allen Bezirken, die Beratung ist kostenlos, neutral und unabhängig. Mehr dazu
Potenzialerhebung
Die Potenzialerhebung ist die ärztliche Prüfung, ob ein beatmeter oder trachealkanülierter Mensch von der Beatmung entwöhnt oder von der Kanüle befreit werden kann. Nach der AKI-Richtlinie ist sie vor jeder Verordnung nötig, in der Regel alle sechs Monate. Mehr dazu
Pulsoxymetrie
Die Pulsoxymetrie misst mit einem Clip an Finger oder Ohr unblutig die Sauerstoffsättigung des Blutes und den Puls. Sie ist in der Beatmungspflege eine der wichtigsten Überwachungsmethoden.

S

SAPV
SAPV steht für spezialisierte ambulante Palliativversorgung nach § 37b SGB V. Ein Team aus Palliativärzten und Palliativpflegekräften versorgt Menschen mit besonders komplexen Beschwerden am Lebensende zu Hause, in Wohngemeinschaften oder Pflegeeinrichtungen. Mehr dazu
Sauerstoffsättigung
Die Sauerstoffsättigung gibt an, wie viel Prozent des roten Blutfarbstoffs mit Sauerstoff beladen sind. Bei gesunden Menschen liegt sie meist bei etwa 95 Prozent oder darüber. Bei Erkrankungen legt die Ärztin oder der Arzt individuelle Zielwerte fest.
Sekretmanagement
Sekretmanagement umfasst alle Maßnahmen, die Schleim in den Atemwegen flüssig halten, lösen und entfernen: Befeuchtung, Inhalation, Lagerung, Atemtherapie, Hustenhilfen und Absaugen. Ziel ist, die Atemwege frei zu halten und Infekten vorzubeugen. Mehr dazu
Sprechventil
Ein Sprechventil ist ein Einwegventil auf der Trachealkanüle: Es lässt Luft ein, lenkt die Ausatemluft aber über Kehlkopf und Mund. So wird Sprechen möglich. Ob es eingesetzt werden kann, entscheiden Ärzte und Logopäden. Mehr dazu

T

Trachealkanüle
Eine Trachealkanüle ist ein kleines Röhrchen, das durch eine Öffnung am Hals in die Luftröhre führt. Sie sichert die Atemwege, ermöglicht invasive Beatmung und erleichtert das Absaugen. Mehr dazu
Tracheostoma
Das Tracheostoma ist die Öffnung an der Vorderseite des Halses, über die eine Trachealkanüle in die Luftröhre eingesetzt wird. Die Haut rund um das Stoma wird täglich gereinigt und kontrolliert. Mehr dazu

U

Überleitung
Überleitung bezeichnet den organisierten Übergang eines Menschen aus dem Krankenhaus in die Versorgung zu Hause, in eine Intensiv-WG oder eine Einrichtung. Klinik, Ärzte, Hilfsmittelversorger, Kassen und Pflegedienst stimmen sich dabei ab. Mehr dazu

V

Verhinderungspflege
Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI ist eine Ersatzpflege, wenn die private Pflegeperson wegen Urlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen verhindert ist. Sie steht ab Pflegegrad 2 für bis zu acht Wochen im Kalenderjahr zur Verfügung. Mehr dazu
Verordnung
Eine Verordnung ist die ärztliche Anordnung einer Leistung, die die Krankenkasse bezahlen soll, etwa häusliche Krankenpflege, außerklinische Intensivpflege, Hilfsmittel oder Therapie. Ohne Verordnung übernimmt die Kasse diese Kosten nicht. Mehr dazu
Vitalparameter
Vitalparameter sind Messwerte der lebenswichtigen Körperfunktionen, vor allem Puls, Blutdruck, Atemfrequenz, Körpertemperatur und Sauerstoffsättigung. In der Intensivpflege werden sie laufend überwacht und dokumentiert.

W

Weaning
Weaning ist die schrittweise Entwöhnung von der maschinellen Beatmung zurück zur eigenen Atmung. Dauert sie länger, spricht man von prolongiertem Weaning, das oft in spezialisierten Weaning-Einheiten stattfindet. Mehr dazu
Wohngruppenzuschlag
Der Wohngruppenzuschlag ist eine monatliche Pauschale der Pflegekasse für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen mit insgesamt drei bis zwölf Bewohnern. Er steht heute in § 45f SGB XI, früher in § 45f SGB XI. Mehr dazu

Nächster Schritt

Reden wir über Ihre Situation.

Ein Anruf genügt. Wir hören zu, sagen Ihnen offen, was möglich ist, und kümmern uns um die nächsten Schritte, auch mit Klinik und Kasse.

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