Auf einen Blick
- PEG steht für perkutane endoskopische Gastrostomie, einen durch die Bauchdecke gelegten Ernährungszugang zum Magen.
- Bei einer PEJ endet die Sonde im Dünndarm, die Nahrung wird dann in der Regel gleichmäßig über eine Pumpe gegeben.
- Während und nach der Gabe von Sondennahrung sollte der Oberkörper erhöht sein, und die Sonde wird vor und nach jeder Gabe gespült.
- Nicht jedes Medikament darf zerkleinert und über die Sonde gegeben werden, das klären Arztpraxis und Apotheke.
- Mit ärztlicher und logopädischer Zustimmung können Menschen mit PEG oft trotzdem kleine Mengen essen oder schmecken.
Wenn Schlucken nicht mehr sicher möglich ist oder ein Mensch über längere Zeit nicht genug essen kann, wird oft eine PEG-Sonde gelegt. Für Betroffene und Angehörige ist das ein Einschnitt, denn Essen bedeutet mehr als Nährstoffe. Gleichzeitig kann die Sonde viel Druck nehmen: keine Angst mehr vor dem Verschlucken, keine Kämpfe um jede Mahlzeit, stabile Kräfte.
Was eine PEG ist
PEG steht für perkutane endoskopische Gastrostomie. Übersetzt: ein Zugang zum Magen durch die Haut, gelegt mit Hilfe einer Magenspiegelung. Ein dünner, weicher Schlauch führt durch die Bauchdecke in den Magen. Innen hält ihn eine kleine Halteplatte, außen eine Halteplatte auf der Haut. Der Eingriff ist in der Regel kurz und wird mit Beruhigungsmittel oder Narkose gemacht.
Eine Variante ist die PEJ, bei der die Sonde im Dünndarm endet. Beide versorgen wir in der Intensivpflege und in der ambulanten Behandlungspflege.
Warum eine Sonde?
- Schluckstörungen, etwa nach einem Schlaganfall, bei neurologischen Erkrankungen oder mit Trachealkanüle
- Erkrankungen im Mund-, Rachen- oder Speiseröhrenbereich
- anhaltende Mangelernährung, wenn Essen allein nicht reicht
Eine PEG ist nicht zwingend für immer. Bessert sich das Schlucken, etwa durch Logopädie, kann sie wieder entfernt werden.
Sondennahrung: wie sie gegeben wird
Sondennahrung ist eine speziell zusammengesetzte Flüssignahrung. Welche Sorte und welche Menge passt, legt die Ärztin oder der Arzt fest, oft mit einer Ernährungsfachkraft. Gegeben wird sie auf zwei Wegen:
- Über eine Ernährungspumpe: langsam und gleichmäßig über mehrere Stunden. Bei einer PEJ ist das die Regel.
- Als Portion mit einer Spritze: mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag, wenn der Magen das gut verträgt.
Wichtig ist die Haltung: Während der Nahrungsgabe und eine Weile danach sollte der Oberkörper erhöht sein. Das senkt das Risiko, dass Nahrung zurückläuft und in die Atemwege gelangt. Vor und nach jeder Gabe wird die Sonde mit Wasser gespült, damit sie nicht verstopft.
Medikamente über die Sonde
Nicht jedes Medikament darf zerkleinert werden. Manche Tabletten verlieren dadurch ihre Wirkung oder wirken zu schnell. Deshalb klärt die Pflege mit Arztpraxis und Apotheke, welche Medikamente über die Sonde gegeben werden dürfen und in welcher Form. Medikamente werden einzeln gegeben, mit Spülen dazwischen, und nicht mit der Nahrung gemischt.
Pflege der Einstichstelle
- Die Haut rund um die Sonde wird regelmäßig kontrolliert, gereinigt und getrocknet.
- Warnzeichen sind Rötung, Schwellung, Schmerzen, Nässen oder Geruch.
- Die äußere Halteplatte darf nicht zu fest sitzen, sonst drohen Druckstellen.
- Ob und wie die Sonde bewegt oder gedreht wird, richtet sich nach ärztlicher Anordnung. Eine PEJ wird nicht gedreht.
Rutscht die Sonde heraus, ist das ein Fall für die Ärztin oder den Arzt, und zwar schnell, denn der Kanal kann sich innerhalb kurzer Zeit verengen.
Mundpflege und Genuss
Wer nicht mehr isst, braucht trotzdem gute Mundpflege. Ohne Kauen und Schlucken trocknet der Mund aus, Keime vermehren sich leichter. Regelmäßiges Befeuchten und Zähneputzen gehören deshalb zum Alltag.
Und Genuss hat Platz: Wenn Ärzte und Logopäden zustimmen, kann schon ein Löffel Joghurt, ein Tropfen Kaffee auf der Zunge oder der Duft von frischem Brot viel Lebensfreude bedeuten. Gemeinsame Mahlzeiten bleiben gemeinsame Zeit, auch wenn man selbst anders ernährt wird.
Wenn etwas nicht stimmt
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder ein aufgeblähter Bauch können auf eine zu schnelle Nahrungsgabe, eine unpassende Sorte oder einen Infekt hindeuten. Hustet jemand während der Nahrungsgabe oder wird die Atmung schlechter, wird die Gabe sofort gestoppt. Verstopft die Sonde, wird sie vorsichtig mit lauwarmem Wasser gespült, niemals mit Gewalt oder mit spitzen Gegenständen. In allen Zweifelsfällen gilt: lieber einmal mehr ärztlich nachfragen.
Alltag mit Sonde
Mit etwas Planung ist vieles möglich: Spaziergänge, Ausflüge, Familienfeiern. Die Pumpe passt in einen kleinen Rucksack, Nahrungszeiten lassen sich oft an den Tagesablauf anpassen. Unter der Kleidung ist die Sonde kaum zu sehen.
Wir versorgen PEG und PEJ in der Intensiv-WG und im eigenen Zimmer mit 1:1-Pflege. Bei Fragen erreichen Sie uns unter 030 28665111.
Häufige Fragen
Darf man mit PEG-Sonde noch essen und trinken?
Das hängt vom Schluckvermögen ab. Manche Menschen dürfen neben der Sonde essen, andere nur kleine Mengen zum Schmecken, andere gar nicht. Das entscheiden Ärzte und Logopäden nach einer Schluckuntersuchung.
Kann man mit PEG duschen?
Wenn die Einstichstelle gut verheilt ist, ist Duschen in der Regel möglich. Danach wird die Stelle sorgfältig getrocknet. Baden und Schwimmen sollten Sie vorher ärztlich abklären.
Was ist der Unterschied zwischen PEG und PEJ?
Bei der PEG endet die Sonde im Magen, bei der PEJ im Dünndarm, genauer im Jejunum. Eine PEJ wird gewählt, wenn Nahrung im Magen nicht gut vertragen wird. Sie verlangt eine besonders gleichmäßige Nahrungsgabe über eine Pumpe.
Quellen
Allgemeine Information nach Rechtsstand 24. September 2026. Sie ersetzt keine Beratung durch Ärztin oder Arzt, Kranken- oder Pflegekasse oder einen Pflegestützpunkt.




