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Checkliste: Woran Sie eine gute Intensiv-WG erkennen

Personal, Notfall, Ärzte, Zimmer, Verträge: die wichtigsten Fragen für die Besichtigung einer Intensiv-WG und warum jede davon zählt.

Stand 24. September 2026 · ipas24 Redaktion

Symbolbild, KI-generiert

Auf einen Blick

  • Eine gute Intensiv-WG erkennt man an ausreichend qualifiziertem Personal auch nachts, klaren Notfallabläufen und regelmäßiger ärztlicher und therapeutischer Begleitung.
  • Bei der Besichtigung lohnt die Frage nach dem letzten Prüfergebnis des Medizinischen Dienstes.
  • Eigene Zimmer, Barrierefreiheit, ein gemeinsamer Alltag und die Einbindung der Angehörigen sind Zeichen für Lebensqualität in einer Intensiv-WG.
  • Die AKI-Richtlinie verlangt, regelmäßig zu prüfen, ob Beatmung oder Trachealkanüle reduziert werden können, und eine gute WG unterstützt dieses Ziel aktiv.

Eine Intensiv-Wohngemeinschaft ist mehr als ein Ort mit Pflegebetten. Sie wird für viele Menschen für Monate oder Jahre zum Zuhause. Deshalb lohnt es sich, bei der Besichtigung genau hinzusehen und viele Fragen zu stellen. Eine gute WG freut sich darüber, denn sie hat nichts zu verbergen.

Diese Checkliste hilft Ihnen, den Termin vorzubereiten. Sie müssen nicht jede Frage stellen. Aber jede Antwort sagt etwas darüber, wie dort gearbeitet und gelebt wird.

Vor dem Besuch: was Sie klären sollten

  • Welche Versorgung braucht Ihr Angehöriger genau: Beatmung über Maske oder Kanüle, Trachealkanüle ohne Beatmung, Ernährung über eine Sonde?
  • Liegt schon eine Verordnung außerklinischer Intensivpflege vor, und wurde die Potenzialerhebung gemacht?
  • Welche Wünsche hat Ihr Angehöriger selbst: Ruhe, Gesellschaft, Nähe zur Familie, Natur?

Mehr zur Verordnung lesen Sie im Beitrag AKI-Verordnung erklärt.

Die Fragen für die Besichtigung

FrageWarum wichtig
Wie viele Pflegefachkräfte sind tagsüber und nachts im Dienst?Die Nacht ist die Nagelprobe. Auch dann muss jederzeit eine Fachkraft sofort reagieren können.
Welche Qualifikationen hat das Team, etwa in außerklinischer Intensivpflege oder Atmungstherapie?Beatmung und Kanülenversorgung verlangen spezielles Wissen, das über die allgemeine Pflegeausbildung hinausgeht.
Wie läuft ein Notfall ab, und wie oft wird er geübt?Eine verrutschte Kanüle oder ein Geräteausfall verzeihen kein Zögern. Klare Abläufe und regelmäßiges Training retten Leben.
Welche Ärztinnen und Ärzte betreuen die Bewohner, und kommen sie ins Haus?Regelmäßige Hausbesuche und eine feste ärztliche Begleitung machen viele Klinikfahrten überflüssig.
Kommen Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie in die WG?Therapie erhält Fähigkeiten und ist oft der Schlüssel zu mehr Selbstständigkeit, bis hin zur Entwöhnung von Beatmung oder Kanüle.
Wie wird die Potenzialerhebung unterstützt?Die AKI-Richtlinie verlangt, regelmäßig zu prüfen, ob Beatmung oder Kanüle reduziert werden können. Die Pflege liefert dafür wichtige Beobachtungen.
Wie groß sind die Zimmer, und darf man eigene Möbel mitbringen?Ein eigenes Zimmer mit persönlichen Dingen ist Rückzugsort und Stück Identität.
Ist die Wohnung barrierefrei, auch Bad, Terrasse und Eingang?Nur dann sind Ausflüge im Rollstuhl oder Pflegestuhl ohne großen Aufwand möglich.
Wie sieht ein normaler Tag aus? Gibt es gemeinsame Mahlzeiten, Feste, Ausflüge?Intensivpflege soll Leben ermöglichen, nicht nur Überleben sichern.
Wie werden Angehörige einbezogen, und gibt es feste Besuchszeiten?Familie ist kein Gast, sondern Teil der Versorgung. Offene Türen und eine feste Ansprechperson schaffen Vertrauen.
Wie war das letzte Prüfergebnis des Medizinischen Dienstes?Die Regelprüfung ist ein unabhängiger Blick von außen auf Pflegequalität und Dokumentation.
Wie sind Miet- und Pflegevertrag geregelt, und was kostet das Zimmer?Miete, Nebenkosten und Verpflegung zahlen Bewohner in der Regel selbst. Sie sollten alle Posten vorher kennen.

Worauf Sie beim Rundgang achten

Manches steht in keinem Konzept. Achten Sie auf Ihren Eindruck:

  • Geruch und Ordnung: Sauberkeit ohne Krankenhausatmosphäre ist ein gutes Zeichen.
  • Ton im Team: Wie sprechen Pflegekräfte mit Bewohnern, auch mit denen, die nicht antworten können?
  • Geräte und Vorräte: Sind Notfallsets am Bett griffbereit, sind Absauggeräte und Ersatzkanülen sichtbar vorhanden?
  • Licht und Luft: Gibt es Tageslicht, Pflanzen, einen Balkon oder Garten?
  • Umgebung: Kommen Sie mit Bus und Bahn hin? Gibt es einen Park oder Wege für Spaziergänge?

Warnsignale

  • Auf konkrete Fragen zum Personal gibt es nur ausweichende Antworten.
  • Das Team wechselt ständig, niemand kennt die Bewohner wirklich.
  • Sie werden zur schnellen Unterschrift gedrängt.
  • Ein Prüfbericht wird nicht gezeigt oder schlechtgeredet.

So stellen wir uns Ihren Fragen

Unsere Intensiv-WG in Berlin-Niederschönhausen hat 17 Einzelzimmer. Es gibt spezielle Zimmer für Menschen mit Trachealkanüle. Therapeuten kommen ins Haus, die Straßenbahn M1 hält vor der Tür, der Schlosspark liegt in Laufweite. Bei der Regelprüfung des Medizinischen Dienstes 2025 haben wir die Gesamtnote 1,0 erhalten.

Bringen Sie diese Liste gern mit. Wir zeigen Ihnen alle Räume und beantworten jede Frage. Termine vereinbaren Sie Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr unter 030 28665111. Mehr über die WG lesen Sie auf der Seite Intensivpflege-WG, und wenn Sie noch zwischen WG und Zuhause abwägen, hilft der ehrliche Vergleich.

Häufige Fragen

Wie viele Intensiv-WGs sollte ich mir ansehen?

Wenn die Zeit es erlaubt, mindestens zwei. Erst im Vergleich merken Sie, wie unterschiedlich Atmosphäre, Personalausstattung und Erreichbarkeit sein können. Nehmen Sie diese Checkliste zu jeder Besichtigung mit.

Darf ich unangemeldet vorbeikommen?

Eine gute WG schützt die Privatsphäre ihrer Bewohner und vereinbart deshalb Termine. Fragen Sie aber ruhig nach einem zweiten Besuch zu einer anderen Tageszeit, etwa am Nachmittag, wenn Alltag herrscht.

Muss eine Intensiv-WG geprüft werden?

Ja. Ambulante Intensivpflegedienste werden regelmäßig vom Medizinischen Dienst geprüft. Fragen Sie nach dem letzten Prüfergebnis. Zusätzlich gelten je nach Bundesland Vorgaben der Wohnaufsicht.

Allgemeine Information nach Rechtsstand 24. September 2026. Sie ersetzt keine Beratung durch Ärztin oder Arzt, Kranken- oder Pflegekasse oder einen Pflegestützpunkt.

Nächster Schritt

Reden wir über Ihre Situation.

Ein Anruf genügt. Wir hören zu, sagen Ihnen offen, was möglich ist, und kümmern uns um die nächsten Schritte, auch mit Klinik und Kasse.

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